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Tipps & Tricks
Pixelwahn - Ist mehr auch wirklich besser ?

Mittlerweile sind auf dem digitalen Fotomarkt Kompaktkameras erhältlich, die selbst die Auflösung so mancher Spiegelreflexkamera übertreffen. Hier erfahren Sie, ob und wie sich dieser "Pixelwahn" in der Bildqualität wiederspiegelt.


Punkt für Punkt - kleine Pixelkunde:

Der Begriff "Pixel" leitet sich vom englischen Wort "Picture Element" (Bildelement) ab. Während bei den analogen Kameras das aufgenommene Bild über photochemische Prozesse auf einer mit verschiedenen Emulsionen bestrichenen Trägerfolie (dem Film) eingefangen wird, so speichert bei den Digitalkameras ein Sensor elektronisch das aufgenommene Bild.
Dieser Sensor besteht aus meist quadratischen Photodioden, die jede für sich genommen fähig ist, einen Farb- und Helligkeitswert in elektronische Daten umzuwandeln. Da jedes Fotomotiv jedoch naturgemäß aus einer unbestimmten Zahl von Farb- und Helligkeitswerten besteht, führt erst eine Zusammenführung der gewonnenen Daten aus mehreren Dioden zu einem Bildergebnis.

Auf dem linken Bild wird anschaulich dargestellt, wie eine Vielzahl von verschieden eingefärbten Quadraten (entspricht den Photodioden) bei entfernter Betrachtung einen Flamingo - wenn auch sehr schemenhaft - sichtbar macht. Jedes einzelne Quadrat entspricht dabei einem Pixel. Damit es bei jedem Foto jedoch nicht nur bei einem Ergebnis expressionistischer Kunst bleibt, muß die Anzahl der einzelnen Pixel so erhöht werden, daß das menschliche Auge die einzelnen Pixel nicht mehr erkennen kann.
Diese auf dem Sensor zusammengefaßte hohe Anzahl an Pixel spiegelt sich in der gemeinhin als Auflösung bezeichneten Größe "Megapixel (=Millionen Pixel oder MP)" wieder.
Die von jeder einzelnen Photodiode gewonnenen Werte werden dann von dem in der Kamera eingebauten Minicomputer in eine Datei zusammengefaßt und auf dem Speichermedium abgelegt.
Dies erfolgt entweder ohne weitere Umwandlung der Bildinformationen (als "Rohdatei") oder als auf eine handhabbare Größe komprimierte Bilddatei - meist im sog. JPEG-Format.

Was Pixel können
Anhand der nachstehenden Tabelle können Sie ablesen, bei welcher Auflösung noch brauchbare Fotoergebnisse zu erwarten sind.

gängige Auflösung
in Megapixel

Beispiel Sensorgröße
in Pixel x Pixel

Maximal zu empfehlendes
Druckformat in cm

2,0
1600 x 1200
10 x 15
3,3
2048 x 1536
15 x 20
4,1
2272 x 1704
15 x 20
5,0
2560 x 1920
18 x 24
7,1
3072 x 2304
20 x 30
8,0
3456 x 2304
20 x 30
10,0
3888 x 2592
30 x 45
12,1
4256 x 2832
30 x 45
21,0
5616 x 3744
40 x 60

Was die Tabelle zeigt:
Das maximal zu empfehlende Druckformat - sprich das Format, bei welchem die einzelnen Pixel noch nicht erkennbar sind - errechnet sich aus der Sensorgröße unter Berücksichtigung der Verteilung der Pixel auf einer definierten Fläche (= eigentliche Auflösung in der Einheit dpi (dots per inch) oder ppi (pixel per inch) ).

  • Druckmedien - worunter auch Fotoabzüge zählen - arbeiten mit Auflösungen um 300 dpi. Demzufolge gilt dann ein Bild als scharf, wenn auf einem Inch (=2,54 cm) 300 Pixel wiedergegeben werden.
  • PC-Bildschirme arbeiten konstruktionsbedingt mit einer Auflösung von durchschnittlich 72 dpi. Daraus resultiert, daß digitale Bilder am Bildschirm schärfer erscheinen können, als sie am Ende auf dem Papierabzug sind.

Das Problem mit den Pixeln

Die meisten Nutzer einer Digitalkamera fotografieren für das heimische Fotoalbum und lassen daher ihre Bilder in der Regel bis zu einem Format von 13 x 18 cm ausbelichten. Anhand der oben abgebildeten Tabelle reicht dabei eine Kameraauflösung von rund 3 MP vollkommen aus. Erst wenn Fotos in Postergröße entstehen sollen, dürfen es bei der Sensorgröße gerne 10 MP und mehr sein.
Demnach sind die Sensoren der derzeit erhältlichen Digitalkameras für die Zwecke der meisten Freizeitfotografen völlig überdimensioniert. Kompaktkameras mit einer Auflösung von 12 MP und mehr gehören heute jedoch zum Alltagsangebot.

Was bei Spiegelreflexkameras in puncto Megapixel noch als sinnvoll erscheinen mag, stellt die Hersteller der Kompaktkameras vor Probleme. Denn in Kompaktkameras können aufgrund der Gehäusegröße nur relativ kleine Sensoren eingebaut werden, auf denen die ebenso winzigen Photodioden Platz finden müssen.
Während die Sensorgröße - oder besser der Sensordurchmesser - konstruktionsbedingt nicht mehr erweiterbar ist, so müssen sich immer mehr Dioden den wenig vorhanden Platz auf dem Sensor sowie das durch das - zumeist selbst relativ lichtschwache - Objektiv auf den Sensor auftreffende Licht teilen.
Diese von den Medien als "Pixelwahn" bezeichnete Entwicklung birgt das Risiko, daß es am Ende zu Bildrauschen, Farbverzerrungen und subjektivem Schärfeverlust kommen kann.

Es hat sich herausgestellt, daß bei den Kompaktkameras eine Sensorgröße von 6 - 8 Megapixel den Ansprüchen und Bedürfnissen des Nutzers absolut gerecht wird.

Ein Mehr an Pixel ist also nicht gleich automatisch besser !

 
Unser Tipp:
  • Überlegen Sie schon vor dem Kamerakauf, wofür Sie Ihre Kamera hauptsächlich nutzen wollen.
  • Kompaktkameras sind eben NICHT gleich besser, nur weil sie eine höhere "Auflösung" mit sich bringen.
  • Auch bereits länger auf dem Markt erhältliche Modelle können eine attraktive Alternative sein, da sie meist günstiger zu bekommen sind.